Textaroma

Sunday, November 22, 2009

Tango gehaucht



Noch einmal ein Hauch von Tango. Auf den Fotos zu sehen sind übrigens die Berliner Tangolehrer Susanne Opitz und Rafael Busch - irgendwo in Kreuzberg, wie es aussieht. Das Video zeigt Santiago Dorkas und Cecilia Garcia aus Buenos Aires.

Sunday, November 15, 2009

Der Panther




Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.


Rainer Maria Rilke

Tuesday, November 10, 2009

Sentimentalitätsschließungsvereinbarung


... unterschrieben, aber vertrag wieder mal gebrochen. brisantes gefahrengut. beschadbar. verletzbar. fragil. der stoff ist zum zerreissen gespannt. der spreng. stoff aus dem träume sind. hoffnungen illusionen fantasien tausend-und-eine-möglichkeit. die verlockende machbare möglichkeit. sie ist da. jetzt. zum greifen nah. alles ist. möglich. doch zerbrechlich. fass das glas in deiner hand nicht an. es zerbricht. die splittler sind perfide. präzise. finden sie ihren weg tief ins fleisch. volltreffer. die restlichen verstreuen sich. in alle windrichtungen. wie sand. reib ihn aus deinen augen. wirf ihn weit weg. von dir. dann ist es vorbei. oder. auch. nicht.

Sentimentalitätenschlusslicht


Schluss jetzt mit den sentimentalitäten. finito. basta. es reicht. für heute, für die vergangenen tage, die vergangenen wochen. schluss mit der achterbahn. in der zu fahren man dich nicht zweimal bitten musste. ja, ja, du liebst diese fahrten, das kribbeln, den kitzel, den geschmack von gefahr und gefährdetem herzen. die höhen und tiefen, die erotik des extremen. doch damit muss nun schluss sein. hier und jetzt. du stoppst du stolperst du über dich und deine beine. die kaum noch geradeaus laufen können. den kopf kaum noch geradeaus denken lassen. mittendrin willst du raus. und vorbei die wilde wahnsinnsfahrt. würdest du sie vermissen, diese gefühlsschaukel, diese vorgaukeleien, das sich selbst immer wieder etwas vormachen? das märchen erzählen, das fabulieren davon, dass am ende alles gut wird? dass nur noch alle dornröschenhecken zerschnitten, alle bösen hexen überführt und alle drachen bekämpft werden müssen? damit prinz und prinzessin endlich zueinander finden? doch zuvor muss die prinzessin doch einen 100-jährigen schlaf vortäuschen. überhaupt muss sie sich sehr prinzessinnenhaft gebärden, auf den richtigen schuhe stöckeln, liebreizende kleider tragen. nur ihr herz, das darf sie nicht zur schau tragen, schon gar nicht darf sie es auf der zunge tragen...

...denn sonst wird ihr diese abgeschnitten wie einst der kleinen meerjungfrau. denn ganz gleich, wie schön sie tanzen konnte, der prinz hat sie verkannt. hat nicht gemerkt, dass seine stumme tanzpartnerin ihm das leben gerettet hat. wie einfältig er doch gewesen ist. er hat nicht einmal ihren schmerz gesehen. den sie hatte, weil sie auch ihren fischschwanz hat hergeben müssen. jeder ihrer schritte war ein gehen auf einem messer. auf dessen spitze sie heute nun nicht mehr tanzt. adieu, tapfere kleine meerjungfrau. den rausch der tiefe wirst du nun nie mehr spüren. wirst nicht nicht mehr heimkehren zu deinesgleichen. wirst nicht mehr prinzessin werden. das war dein traum, jetzt bist du meeresschaum...

...die achterbahn hält an. für den bruchteil einer sekunde. inne. halten. bloß festhalten. und los. lassen. das leben. geschehen lassen. weiterfahren. das spiel ist noch. nicht aus.

Sunday, November 8, 2009

Sentimental Heart

Als ich gerade Marios Seite Alles-Mögliche-Blog besucht habe, bin ich wieder über die bezaubernde Zooey Deschanel, den nicht weniger zauberhaften Film 500 Days of Summer und ihre Songs gestolpert. Hier eine kleine Hörprobe der amerikanischen Schauspielerin und Sängerin zum Thema Sentimentalität.

Monday, November 2, 2009

Das Leben ist kein Ponyhof


Schade eigentlich. Dann würde mir nämlich gerne eines der Ponys schnappen und auf und davon galoppieren. Wohin? Zum Beispiel in Richtung Westen oder Süden. Einem langjährigen Freund schrieb ich gestern, dass ich jetzt und sofort hier weg will. Auswandern. Oder: ins Kloster gehen. Oder: nach Köln zurückziehen. Mein Kontaktmann aus der Domstadt antwortete mir prompt:
" Köln+-- Karneval steht vor der Tür: ich will Asyl", schrieb er

Auch die Vision vom Kloster fand er eher schlecht als recht:
"Kloster+-- immer dieses Rumschweigen, und die Sache mit Gott..."

Dabei hätte ich gerade gar nichts gegen Schweigen. Auch nichts gegen Gott. Sogar der Kölner Karneval wäre eine willkommene Ablenkung.


Foto: thefuturistics

Thursday, October 29, 2009

Tango tanzen macht schön



Vor allem aber glücklich. Nach meinen ersten erwartungsvollen wie ängstlichen wie aufregenden Tanzstunden in der Kreuzberger Tanzschule Tango tanzen macht schön weiss ich endlich, warum so einige meiner Freunde und Bekannte dem Tango regelrecht verfallen sind. Oder nein, wissen ist das falsche Wort. Theoretisch gewusst habe ich es schon länger. Aber den Tango zu fühlen, zu spüren, ihn selbst zu erleben ist etwas anderes als ihn sich außen anschauen. Von innen betrachtet ist seine Erotik zum Beispiel viel subtiler, viel feinstofflicher aber auch weniger theatralisch, als es von außen aussieht. Tango zu tanzen heisst hat auch ganz viel mit Einfühlung, Hingabe und vor allem Vertrauen zu tun. Vertrauen in den Anderen, der einen führt. Gerade, wenn man gewöhnt ist, allerhöchstens nur sich selbst zu vertrauen und sein eigenes Ding durchzuziehen beziehungsweise durchziehen zu müssen. Tango ist eine gute Schule des Vertrauens. Auch was das Sich-selbst-Trauen betrifft. Beim Tango bedarf es dazu guter Lehrer, die geduldig, einfühlsam und ermutigend sind. Und es erfordert einen Tanzpartner, der genauso neugierig und offen wie man selbst ist. Der einem auf diesem Weg begleitet. You can't tango alone.



Die Faszination des Tango liegt für mich in der „Konversation ohne Worte“. Es ist ein immer neues Entdecken und Erfinden des Tanzes mit jedem Schritt, jedoch nicht allein, sondern gemeinsam mit einem Anderen. Und mit der Musik.
Naomi D'Amour, Berliner Tangolehrerin

Monday, October 19, 2009

An einem Montagmorgen


Poesie tritt ein durch die Tür des Unwesentlichen.

Wednesday, October 14, 2009

Erkenntnis II

Mit den Gedanken im Kreis gelaufen. Im ein oder anderen mentalen Labyrinth verlaufen. Tarokarten gelegt. As der Stäbe gezogen. Das Internet als Orakel befragt. Diese Antworten erhalten.
Dieses Mal wird Ihnen von der Existenz ein sprießender Stab überreicht. Ein Symbol für Kraft, Mut und Lebensenergie. Und wieder liegt es in Ihrer Entscheidung, was sie mit diesem Geschenk anfangen. Ob sie es für sich oder gegen sich einsetzen.[...] Lebensenergie hat ihre Wurzel in der Sexualität, worauf sicherlich auch der phallische Charakter des Stabes hinweist. Aber es ist wichtig, die Energie durch alle Lebensbereiche fließen zu lassen. Diese Karte können Sie als deutlichen Hinweis Ihres Unterbewusstseins verstehen, dass Sie alles in der Hand haben, Ihr Leben zu meistern[...]


Das As der Stäbe repräsentiert die ursprüngliche Kraft des Feuers. Es ist das Prinzip des Werdens, die Inkarnation von Kraft und Entwicklung. Das phallische Symbol weist auf die noch ungeborene Vielfalt hin, die nach dem Sein strebt. Ergreifen Sie die Initiative! Spielen Sie mit Ihrer Kreativität und verwirklichen Sie sich selbst. Streben Sie nicht den vorsichtigen Kompromiss an, sondern die Entfaltung Ihres innersten Wesens. Nutzen Sie Ihr schöpferisches Potenzial.

Okidoki. Meine ursprüngliche Frage nach dem ewigen Wieso-Warum-Weshalb ist damit zwar nicht beantwortet. Dafür habe ich eine andere Antwort gefunden... Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich woanders ein Fenster. Die frische Luft tut verdammt gut.

Sunday, October 11, 2009

What I like on a Sunday...


...dreaming and hoping.



...sharing and chatting.




...or reminiscing about Paris



...la ville des rêves.




Fotos: Julia Christ

Sunday, September 27, 2009

Goodbye to a sparkling summer




Kleines Adieu mit der Musik eines großen Künstlers: Yann Tiersen.
Anbei das Video zu L'apres-midi: Comptine d'un autre été oder auch: Abzählreim eines Sommers...

Wednesday, September 23, 2009

Glück


"...rufe ich mir immer wieder eine der Lehren meiner Meisterin über das Glück ins Gedächtnis. Im Allgemeinen, sagt sie, verwechselten die Menschen das Glück mit einer Glückssträhne, einem Zustand, der sie überkomme wie schönes Wetter, nämlich dann, wenn Fortuna es gut mit ihnen meine. So aber funktioniere das Glück nicht. Glück sie die Folge persönlicher Anstrengungen. Man müsse dafür kämpfen, danach streben, darauf bestehen und, auf der Suche danach, zuweilen um die ganze Welt reisen. An der Realisierung unserer günstigen Schiksale müssen wir selbst arbeiten. [...] Verwende daher Sorgfalt auf den Umgang mit dir selbst, respektiere das Bedürfnis deiner Sinne, von Schönheit umgeben zu sein, kümmere dich um deine Seele, deine Gesundheit und deinen Geist - dies alles sind Vorsätze, die man Tag für Tag erneuern muss." Elisabeth Gibert: Eat, Pray, Love

Friday, September 18, 2009

Sehr geehrter Herr Koch!


In Ihrem Weblog Wollt grad sagen, haben Sie 25 Gründe aufgeführt, warum Mädchen respektive Frauen noch Singles sind. Haarklein listen Sie dort auf, warum Männer Reisaus nehmen. Das ist überhaupt nicht nett, weil ich die meisten dieser Faux-pas nämlich GAR NICHT erst begehe und trotzdem ohne Kompagnon bin. Denn:

1) In meinem Onlineprofil habe ich als Hobbys NICHT angegeben: »Menschen beobachten und Flohmärkte.«

2) Ich besitze KEINE Bilder mit Babys in Blumentöpfen.

3) Ich brauche mich selbst nicht als ein "bisschen kompliziert" zu beschreiben, ICH BIN KOMPLIZIERT - in ein paar Punkten. Wie die meisten meiner Zeitgenossen auch.

4) Ich habe KEINE hast Nicknames wie »sternschnuppe78«, »traumfee_bielefeld« oder »heiße.maus«. Mein Nicknames lauten "Lilaszauber" oder "Expressaria".

5) Ich halte Gespräche über die Krisen meiner Freundinnen NICHT für einen guten Gesprächseinstieg. Da rede ich doch lieber über die Krisen des Mannes oder meine eigenen.

6) Ich frage Männer beim ersten Date NICHT nach ihrer Automarke. Auch nicht bei der zweiten, dritten oder 100. Verabredung. Autos langweilen mich ebenso wie Bundesligaspiele, Versicherungen oder Supersondersparmodelle.

7) Ich habe Beziehungsratgeber wie »So angeln Sie sich den Mann Ihres Lebens und lassen ihn nie wieder gehen« oder »Jeder Fisch ist schön, wenn er an der Angel hängt« NICHT NEBEN dem Bett, sondern UNTER dem Bett liegen.

8) Natürlich nehme ich Einladungen zum Essen ohne Wenn und Aber an! Immer her damit!

9) Beim Wort »Sperma« muss ich NICHT kichern, sondern erstens an Sex, zweitens an Babys und drittens an Wissenschaft denken.

10) Ich habe natürlich mehrere Wörter für mein Geschlechtsteil. Wozu gibt es Bücher von Anais Nin oder Sophie Andresky?

11) Über Shampoos, die zu stark nach Kokos riechen, habe ich mir noch KEINE Gedanken gemacht. Wäre aber auch kein Weltuntergang.

12) Ich spiele NICHT »Die Siedler von Catan«. Basta.

13) Der Satz »Ich habe zu jedem meiner Exfreunde noch einen total guten Draht ist mir total wichtig, schließlich hat man sich ja auch freundschaftlich gut verstanden« könnte GANZ UND GAR NICHT von mir sein.

14) Ich rauche NICHT. Schon gar nicht Marlboro.

15)Ich bin NICHT süchtig nach Labello.

16) Zugegeben: Ich habe ein Kuscheltier im Bett. Bei Herrenbesuch versteckt es sich heimlich.

17) Ich habe KEINEN Teppich. Folglich muss auch niemand die Schuhe ausziehen.

18) Wer ist Mapplethorpe? Ach so, nö. Ich finde Intellekt sexier.

19)Wenn Astrologie, dann bitte streng wissenschaftlich.

20)Ich habe KEINE Radiergummisammlung aus der Grundschule. Wenn dem so wäre, dann hätte ich sie längst schon verschlampt.

21) Ich benutze KEINE Samthaarbänder.

22) Im Restaurant starre ich natürlich NICHT zur Tür. Ich bin höflich, kommunikativ und sozial verträglich.

23) Ich kann keinen Fahrradreifen wechseln. Das stimmt leider!

24) Ein Klingelton mit der Titelmelodie von »Sex and the City«? Och nö, es gibt viel bessere, anspruchsvollere Alternativmusik.

25) In meinem Badezimmer herrscht gerade Chaos. Nach längeren Räumungsarbeiten könnte man vielleicht sogar Tanga-Slipeinlagen finden. Aber wirklich peinlich wäre es, wenn...

Die oben abgebildete Postkarte stammt übrigens von der Nachbarin unter mir. Sie hing kurzzeitig an ihrer Wohnungstür. Ich bin sicher, dass sie KEINEN EINZIGEN der von Ihnen aufgeführten 25 Knocked-out Kriterien erfüllt. Zudem ist sie gutaussehend, ordentlich, kann fantastisch kochen, ist nicht auf dem Mund gefallen, hat einen festen Job und und und... Warum ist ausgerechnet sie also immer noch Single?

Mit singulären Grüßen,

Ihre J.C.

Thursday, September 17, 2009

S ... x


„Dann haben wir Sex. Mit Geräten. Mit Komplexen. Mit Angst, Angst, Angst. Wir suchen Partner, finden keinen. Werden schwanger. Oder nicht. Haben Angst, weil wir nicht schwanger werden oder doch, und kaum kommt das Kind, wir kennen es nicht, wir pflanzen es in einen Blumentopf.“

Sibylle Berg: Der Mann schläft.

gefunden bei: flannel apparel. girlism. großkariert.

Friday, September 11, 2009

"Give me the words...

... but tell me nothing"

Here is the video of the wonderful song In the Manner of Speaking by the French band Nouvelle Vague


Lyrics | Nouvelle Vague lyrics - In A Manner Of Speaking lyrics

Tuesday, September 1, 2009

Kleines Herz auf großer Reise


"Sie packte ihr kleines Herz an die richtige Stelle und folgte ihrer Intuition. Manchmal fühlte sich ihr Herz auf dieser Reise an wie eine ausgepresste Zitrone. Und auf unerklärliche Weise schmeckte sie es sogar. Manchmal ist sauer lustig. Heute nicht."

Text gefunden bei mädchen blogt
Fotomotiv in einer Apotheke der Stargarder Straße gesehen.

Saturday, August 29, 2009

Deep insight

Monday, August 24, 2009

Big Draw Berlin: Wenn Museen zu Zeichensalons werden


"The first writing of the human beeing was drawing not writing"
Marjane Satrapi

Kritzeln im Minutentakt, Portraitzeichnen im Stil berühmter Gemälde, Entwerfen von Modedesigns, Zeichnen mit außergewöhnlichen Zeichengeräten oder auch mit Licht: Was lässt sich in einer einzigen Nacht mit Bleistift und Taschenlampe, Farbe und Phantasie – inspiriert von Kunstwerken der Museen – an Kreativität entfalten? Nach englischem Vorbild verwandelt The Big Draw Berlin neun Häuser in überdimensionale Zeichenlabore. Ob auf dem Boden, vor den Gemälden und Skulpturen, winzigklein oder riesengroß, miteinander oder allein: mit über 39 Aktionen lädt das Festival dazu ein, die Vielfalt des Zeichnens zu entdecken.



Surreale Rauminstallationen und Mitternachtsakte
In der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Charlottenburg entsteht gemeinsam mit der Künstlerin Carolina Kecskemethy im Workshop real-irreal-surreal eine riesige Rauminstallation. Im Bode-Museum bringt der Künstler Enrico Pietracci in seinem Zeichensalon und einer Mitternachtsperformance Bewegung in das klassische Aktzeichnen.

Wenn Roboter zeichnen lernen
Im Museum für Kommunikation zeichnet ein kleiner Roboter der Künstlergruppe f18 während der gesamten Langen Nacht in auf Papier – das Kunstwerk wächst mit der Besucherschaft – auf die der kleine Zeichner reagiert. In der Gemäldegalerie kann man am größten Online-Kunstwerk aller Zeiten mitarbeiten, hier werden die typischen Telefonkritzeleien der Besucher zu Kunst. Ebenfalls in der Gemäldegalerie wird das beliebte und fast vergessene Format der Montagsmaler wiederbelebt. Street-Artist treten in einem Battle gegeneinander an, es wird mit Licht gezeichnet und die verrücktesten Zeichengeräte in einer Nacht erfunden.



Mit dem Skizzenbuch durch die Lange Nacht
Vor Ort können die Besucher ein Skizzenbuch erwerben, das sie durch das Festival des Zeichnens begleitet. Das Büchlein stellt das Zeichnen in den Kontext der teilnehmenden Museen, versammelt Beiträge der KünstlerInnen und bietet auf vielen leeren Seiten genügend Freiraum, um sich selbst zeichnerisch zu erproben. Mit versteckten Details, Beiträgen und Zeichnungen namhafter wie unbekannter ZeichnerInnen will es auch über die Veranstaltung hinaus erinnern, erfreuen und inspirieren.


www.thebigdrawberlin.de

Saturday, August 1, 2009

Mädchen mit Zöpfen

Eine Kurzgeschichte



Lieben Sie Soho? Mögen Sie Greenwich Village? Dann sind Sie bestimmt auch ganz angetan von der Kastanienallee in Berlin. Prenzlauer Berg. Natürlich. War ja klar. Sie wissen ja: Dort, wo die Leute, die gegen den Strom schwimmen, zuhause sind. Die Künstler und die Intellektuellen, die Schriftsteller, die Schauspieler und all die anderen Überlebenskünstler. Vergessen Sie Paris, London oder New York City, vergessen Sie den ganzen etablierten Kram. Gehen Sie stattdessen zur Kastanienallee. Sie werden sehen, dieser Kiez einfach Ihr Ort.

Ganz gleich, ob Sie die Gegend als Tourist oder Einheimischer kennen, achten Sie doch mal auf die jungen Frauen dort. Sehen Sie zum Beispiel die da? Ja, richtig das Mädchen auf der anderen Straßenseite. Das mit den hohen Lederstiefeln und den langen, geflochtenen Zöpfen. Rattenscharf sind sie, diese Zöpfe, finden Sie nicht auch? So lang, dass sie die Kleine schon in der Poritze kitzeln. Und schwarz sind sie, rabenschwarz. Bemerken Sie auch Rapunzels stolzen Gang? Wie der einer Königin. Okay, okay, manchmal schlendert sie auch nur, so wie eine Nomadin. Wahrscheinlich ist sie eine der vielen Studentinnen der Gegend, vermuten Sie. Sie wird Kunstgeschichte, vielleicht aber auch Sprachen studieren. Nur keine Naturwissenschaften und BWL schon gar nicht. Die Studentin überquert die Oderberger Straße, stiefelt über das holprige Pflaster, sie passiert ein Straßencafe nach dem anderen. Es ist Frühling, und die Kastanienbäume blühen.

Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz – das kann nur eine Kolorierung sein


Das Mädchen passiert die Schwedter Straße, kommt am kleinen Thai-Imbiss vorbei, und die Sonne lässt seine Zöpfe an diesem Tag besonders intensiv glänzen. Fast blauschwarz schimmert es, das Haar, fast wie bei einer Inderin. Wahrscheinlich gefärbt, werden Sie jetzt denken und wahrscheinlich haben Sie Recht. Das Gesicht weiß wie Schnee, die Lippen rot wie Blut und das Haar schwarz wie Ebenholz – das kann nur eine Kolorierung sein. Sehen Sie sich unser Schneewittchen nur genauer an. Keine Hemmungen, kommen Sie ruhig rüber auf die andere Straßenseite. Falls die Kleine Sie bemerkt, wird sie sich vielleicht umdrehen und Sie mit ihrem Julia-Roberts-Lächeln bezaubern. Sie werden an ihren Lippen kleben, das verspreche ich Ihnen. Überhaupt: diese Lippen - wie bei Mick Jagger. Doch die Studentin bemerkt Sie gar nicht, sie ist viel zu sehr in Gedanken versunken.

Und dann, kurz vor der Zionskirche, da, wo die Tram rechts abbiegt, da macht das Mädchen plötzlich Halt. Steht vor einer Bar, die zugleich ein Straßencafe ist: das 103. Die Menschen, die dort draußen sitzen, tragen immer noch Sonnenbrillen, obwohl sich der Himmel längst zugezogen hat. Unsere Studentin hat gerade noch den letzten freien Platz ergattert. Sicher wartet sie jetzt auf ihre Freundinnen. Oder auf ihren Freund, ganz bestimmt wartet sie auf ihren Liebsten dort. Wahrscheinlich einer aus der Medienbranche, er wird Journalist, Werbetexter oder Designer sein. Der Kellner bringt ihr einen Latte Macchiato. Aber sehen Sie mal, wie viel Zucker sie in ihr Getränk schaufelt – was für eine Zuckermaus.

Vielleicht sollten Sie sich zu ihr an den Tisch setzen.

Und da: Jetzt scheint sie den Kellner in ein Gespräch zu verwickeln. Aber was ist denn das? Sehen Sie, wie ihre Schultern nach vorne fallen, wie sie in sich zusammensinkt, wie sich ihre Mundwinkel tief nach unten graben, so, als seien sie schon immer dort beheimatet gewesen? Das Julia-Roberts-Lächeln ist wie wegradiert, der Glanz in ihren Augen erloschen. Ein grauer Schleier liegt mit einem Mal auf dem stark gepuderten Gesicht. Bestimmt wird gleich jemand kommen. Ganz bestimmt. Es wird jemand kommen, der ihre Sehnsucht stillt, jemand, der sie in den Arm nimmt, jemand, der einfach zu ihr gehört. Und alles, alles wird gut. Und siehe da, jetzt nähert sich ihr auch schon ein junger Mann. Aber es ist nur der Kellner, der ihr einen Espresso serviert.


Vielleicht sollten Sie sich zu ihr an den Tisch setzen. Sie wird Sie ganz bestimmt nicht abweisen. Machen Sie ihr ein intelligent klingendes Kompliment, es braucht nicht ehrlich zu sein, und Sie werden sehen: Der Blick der Studentin wird nicht von Ihnen weichen. Machen Sie ihr falsche Versprechungen, er seine Midlife-Crisis ganz gut überwunden. Oder Fillippo, der brasilianische Musiker. Zwischen seinen Auftritten geht er hin und wieder ganz gerne mit der Kleinen ins Bett. Oder Lukas, kurz und schmerzlos war er für ihn, der One-Night-Stand mit der bezopften Studentin. Ein weiterer Espresso kommt. Diesmal mit Grappa, mit extra viel Grappa darin.

Unter 500 Gramm ist eine Bestattung nicht möglich.

Sorgen brauchen Sie sich jetzt aber nicht um die Kleine zu machen. Sie ist das Warten gewohnt, es ist ihr treuer Begleiter, genau wie die Einsamkeit. Es ist wie ein geschmacklos gewordener Kaugummi, man kann ewig auf ihm kauen. Vielleicht sollten Sie sich jetzt einfach zu ihr setzen. Jaah, so ist es gut! Wie bitte? Sie haben sich die Kleine etwas anders vorgestellt? Irgendwie jünger? Sie glauben nicht, dass sie Studentin ist? Naja, sie wird wohl Langzeitstudentin sein, oder!? Vielleicht ist sie aber auch schon längst zwangsexmatrikuliert. Oops, jetzt steht sie auf und geht. Los, los, hinterher.

Aber was ist denn das? Redet die Kleine etwa mit sich selbst? Tatsächlich: Sie führt Selbstgespräche. Murmelt Namen wie ein Mantra: Leon und Louisa, Yannik, Amelie und Silvio. Alle hätten ihre Kinder sein können. Stattdessen aber: Abbrüche. Wieder und immer wieder. Beim letzten Mal hat es besonders lange gedauert. Fünfzig Stunden, das macht zwei Tage und zwei Nächte. Eine Geburt musste künstlich eingeleitet werden, da es in der 13. Schwangerschaftswoche für die übliche Ausschabung zu spät war. Doch der Fötus wollte einfach nicht rauskommen. Mehr als zwei Tage hat es dann gebraucht, bis er dann doch kam. Wie bitte? Das irritiert Sie jetzt? Nicht doch, nicht doch.

Auf alle Fälle hatte das Mädchen mit den Zöpfen beim letzten Mal noch einen Wunsch. Es hat die Ärzte gefragt, ob sie ihr Kind beerdigen könne. Nein, das geht nicht. Das geht ganz und gar nicht. Unter 500 Gramm ist eine Bestattung nicht möglich. Wir werden es schon entsorgen. Wenn Ihnen unbedingt etwas daran liegt, können Sie es auch symbolisch begraben. Symbolisch? Der Blick des Mädchens verschwimmt in der Ferne. Es muss an einen einen Friedhof für abgetriebene Föten gibt. Japanische Frauen kommen dort hin und hinterlassen dort kleine Püppchen, Teddybären und Geschenke.

Das Mädchen mit den Zöpfen geht die Kastanienallee entlang. Rattenscharf sind sie, diese Zöpfe. So lang, dass sie es schon in der Poritze kitzeln. Und schwarz sind sie, rabenschwarz. Wahrscheinlich kennen Sie die Kleine schon, sie schlendert täglich dort lang. Sie ist immer da. Nur manchmal, wissen Sie, manchmal träumt sie davon weg zu gehen. Weg von der Kastanienallee, weg von Berlin. Bis nach Japan. Vielleicht. Irgendwann vielleicht.

Copyright / Foto und Text: Julia Christ

Friday, July 24, 2009

Obama in Berlin - als Riesenholzschnitt


So, nun einmal Werbung in eigener Familiensache...


Er ist wieder da. Exakt ein Jahr nach seinem Berlinbesuch ist Barack Obama wieder vor der begeisterten Menge an der Siegessäule zu sehen. Nicht in persona, nicht auf einem Foto, sondern auf einem Riesenholzschnitt des Kölner Künstlers Jürgen Christ. Der Vorlage für die das knapp einen Quadratmeter große Werk „Obama in Berlin“ ist ein Pressefoto. In Monate langer Schnitzarbeit hat der Fotograf und Holzschnittkünstler sein neues Werk erstellt.

Vorgestellt hat der Kölner sein neues Werk am 23. Juli allerdings nicht in Berlin, sondern in der Stadt am Rhein. In Anwesenheit des stellvertretenden US-Generalkonsuls Christopher Grossmann hat der Kunstdrucker Martin Kätelhön mit einer schwarzen Farbwalze über den noch jungfräulichen, 84 mal 110 Zentimeter große großen Holzstock gerollt. Dann hat er das erste fertige Blatt aus der Druckerpresse gezogen. Berichtet darüber hat heute der Kölner Stadtanzeiger sowie der Tagesspiegel und Associated Press.

Jürgen Christ beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Umsetzung meist eigener Fotos in Holzschnitte. Mit von der Partie waren unter anderem schon Helmut Schmidt, Joseph Beuys
oder Marcel Reich-Ranicki. „Die mittelalterliche Technik reduziert das Foto in erheblichem Maße“, erläutert er. Gleichzeitig werde jedoch der Blick des Betrachters auf das Wesentliche geschärft. „Weniger ist mehr – das ist mein Motto“ sagt der Künstler selbstbewusst zur Synthese von Hightech-Fotografie und Jahrhunderte altem Handwerk.

Unter den US-Künstlern ist der neue Präsident übrigens schon seit seiner Kandidatur ein beliebtes Motiv - Tendenz steigend. Vor wenigen Wochen befasste sich sogar die New York Times mit diesem Phänomen. Kunstwerke mit Obama sind immer häufiger auf der Versteigerungs-plattform E-Bay zu finden. Auch auf dem Onlineportal artofobama.com sind derzeit knapp 400 Künstler versammelt, deren Arbeiten dem Politstar gewidmet sind. Der Kölner Holzschnittspezialist ist nun einer von ihnen.

Thursday, July 16, 2009

Summertime

Sunday, July 5, 2009

Mein persönlicher Stromkasten

Fundstücke der Woche.
Nicht immer gesucht, aber doch gefunden habe ich diese Woche:

* einen Reisebericht über Lissabon, mündlich überliefert
* viel Recherchearbeit, inklusive heftigem im-Nebel-Stochern
* eine Kugel Pistazieneis
* ein anregendes Interview über ADHS, selbst (mit)gemacht
* aufrührende Bilder der World Press Photo-Ausstellung
* ein Telefonat nach Australien
* offene, neue Leute
* das Wissen darum, dass es drei Arten von Flugangst gibt
* Weinen und Lachen
* ein halbvolles Glas
* Buntstifte, die gespitzt werden wollten
* Spinnweben, die dran glauben mussten
* den Sommer, die Hitze und den Regen
* jede Menge Soja Latte

Sunday, June 28, 2009

Venedig zum Zweiten

Weitere Impressionen anlässlich der 53. Biennale in Venedig von Uwe Koch.





























Alle Fotos: Uwe Koch

Saturday, June 27, 2009

La Biennale di Venezia




Giardini - Palazzo delle Exposizioni / Arbeit von Tomas Saraceno /
Eine Raumarbeit wie eine Astronomische Konstellation.


Endlich - die 53. Biennale in Venedig hat ihre Pforten geöffnet. Die internationale Ausstellung läuft noch bis zum 22. November 2009. Der Biennalebesucher Uwe Koch, der ebensfalls Künstler ist, hat ein paar seiner Eindrücke fotografisch festgehalten. Seine ersten Impressionen stelle ich hier vor. Weitere folgen.
The Venice Biennale
The 53rd International Art Exhibition, titled Making Worlds, is open in the Giardini and the Arsenale venues, and in other locations around the city. It will take place until 22nd November 2009.
History
The Venice Biennale has for over a century been one of the most prestigious cultural institutions in the world. Ever since its foundation in 1895, it has been in the avant-garde, promoting new artistic trends and organising international events in contemporary arts. It is world-beating for the International Film Festival, for the International Art Exhibition and for the International Architecture Exhibition, and continues the great tradition of the Festival of Contemporary Music, the Theatre Festival, now flanked by the Festival of Contemporary Dance.

Fotos: Uwe Koch

Tuesday, June 23, 2009

Coffee shop impressions







Location: Balzac Coffee, Berlin

Monday, June 1, 2009

Das Leben


Das Leben ist nicht digital.
Das Leben ist ein brennender Dornbusch.


gefunden auf Cem Basmanns Blog

Foto: Julia Christ

Sunday, May 31, 2009

The man I met...


... somewhere in Berlin, Prenzlauer Berg.


Foto: Julia Christ

Friday, May 29, 2009

Peace

Do you remember John Lennon and Yoko Ono with their Bed-in performance for peace in 1969? The first one took place on March in Amsterdam and the second one on May in Montreal. This year, 2009, is the 40th anniversary of the Bed-Ins and Yoko Ono has made a video out of it:


WAR IS OVER! (If You Want It) from Yoko Ono on Vimeo.

Tuesday, May 26, 2009

The Day after Towel-Day...


... I remember Douglas Adams. He once said:
I think fish is nice,
but then I think that rain is wet,
so who am I to judge?


Zitat entdeckt bei the life and love of miss k.

Monday, May 25, 2009

Bonmot


Nicht was wir sehen, wohl aber wie wir sehen, bestimmt den Wert des Geschehenen.

Blaise Pascal (1623 – 1662)



gesehen bei Champs Elise

Saturday, May 23, 2009

Du bist Terrorist - You are a Terrorist

Happy Birthday! Heute ist der Feiertag der Demokratie. Vor 60 Jahren trat das Grundgesetz in Kraft. Doch peu à peu werden hierzulande die Bürgerrechte eingeschränkt. Das zeigt auch der Designer Alexander Lehmann in seinem viel beachteten Video Du bist Terrorist. Ein Filmstück, eine Persiflage oder Realsatire, wie Spiegel Online schreibt.

The video-designer writes on his blog:
„You are a Terrorist“ is a persiflage of two official german Social-Marketing-Campaigns. While „Du bist Deutschland“ (You are Germany) was promoting the national consciousness and a child-friendly germany, „You are a Terrorist“ is the answer to todays politics in Germany. All Citizens are under general suspicion. Germany becomes a prevential surveillance society. By visualizing the already passed and future laws, it shows how the Germany of the present and the very near future does look like."



Tuesday, May 19, 2009

Wie krank ist Deutschland?

Sechs Prozent minus. Schon zwei Quartale hintereinander befindet sich Deutschlands Wirtschaft im freien Fall. Das Land leidet unter der globalen Depression. Ein österreichischer Journalist macht sich darüber Gedanken und steigt in den Zug. Ein Roadmovie von Robert Misik...

Thursday, May 7, 2009

No Freedom? Ein kleiner Rückblick zum Tag der Pressefreiheit


Amnesty International
zählte im vergangenen Jahr 77 Länder, in denen die Meinungs- und Pressefreiheit beschnitten wurde. 107 Journalisten und andere Medienleute mussten sogar für ihren Job sterben. Dazu gab es am 3. Mai ein Video, das anlässlich des Tages der Pressefreiheit, veröffentlicht wurde.

For the Freedom of the Press from DSchr on Vimeo.

Monday, May 4, 2009

Pay the writer

Schluss mit dem ewigen "Die anderen machen's auch umsonst". Textarbeit ist Arbeit, und die sollte wertgeschätzt werden. Mehr als mit einem warmen Händedruck oder einem Lob. Schließlich arbeiten Handwerker, Ärzte und alle anderen auch nicht umsonst. Das findet auch Harlan Ellison.

Saturday, May 2, 2009

The True


"Life is a growing expedition through the tangled and unfilled in parts. What happens after age nine? Because of the fear we don't trust our own life? Our story? Our colors? To be afraid and leap regardless there is such power in that. To live into the questions of our lives - when nothing feels clear. We have this chance to do absolutely anything, to reach out to another Vulnerable and True. To dance on the roof in euphoria to pray into the ocean and let go. We have this chance every moment to be alive and give to this world, which needs each one of us.

WE MUST SHOW UP FOR
OUR OWN LIFE.
Be Brave be messy
Be loud be strong.
TRUST yourself."

(by Sabrina Ward Harrison)

Monday, March 30, 2009

Peh oder das P in der Poesie

Zum Thema Spoken Word Poetry kann man viele Worte verlieren. Statt dessen lasse ich die Sprachperformer lieber für sich selbst sprechen. Und beginne zunächst mit der wortgewandten Peh. Aber vielleicht doch noch ganz kurz:

Die gebürtige Berlinerin wird schon mal germie gebürtige Berlinerin wird schon mal gern als „das P in Poesie“ angekündigt und Bas Böttcher taufte ihre Lyrik „neue Sinnlichkeit“. Sie selbst sagt über ihre Texte „Hauptsache: echt!“ und hält es mit Dorothy Parker: „The purpose of a poet is to speak what he sees and feels.“

Monday, March 23, 2009

Wenn ich nicht ich wäre, wäre ich

Lange war es still um die brünette Bloggerin. Jetzt meldet sie sich zurück. Sie wanderte ein wenig im großen, weiten Wald umher und ist jetzt wieder einmal über ein Stöckchen gestolpert. Gefunden hat sie es bei text de luxe. Es ist also wieder einmal Zeit, den Vorhang zu lüften.












Wenn ich nicht ich wäre, wäre ich

ein Monat: verzauberter April
ein Wochentag: Freitag
eine Tageszeit: L'heure bleue
ein Planet: Uranus
ein Meerestier: Seepferdchen
eine Richtung: um die Ecke
eine Zahl: 11
ein Kleidungsstück: ein Tellerkleid mit tausend Schichten
ein Schmuckstück: eine Uhr mit vielen Uhrzeiten
eine Kosmetik: milchig-cremig und blumig duftend
eine Blume oder eine Pflanze: Rose oder wilder Lavendel
eine Flüssigkeit: die, die auf der Zunge kribbelt
ein Baum: ein verschlungener
ein Vogel: Schwalbe
ein Möbelstück: ein fliegender Teppich
ein Wetter: mit viel Himmelsblau
ein mythisches Wesen: Elfe
ein Tier: Einhorn
eine Farbe: die des Regenbogens
ein Element: Luft
ein Auto: eines mit Flügeln und Hybridantrieb?
ein Lied: O mio babbino caro
ein Film: Die fabelhafte Welt der Amélie
eine Filmfigur: dito
eine Stimmung: flatterhaft bis optimistisch
ein Körperteil: Herz
ein Gesichtsausdruck: offen
ein Schulfach: Philosophie
ein Gegenstand: Murmel
ein Wort: Wortungewand
ein Körpergefühl: Kribbeln
ein Knabbergebäck: mag ich nicht
eine Sportart: Jonglage
eine Droge: Johanniskraut? Speed? Grüner Tee? Besser: das Leben als solches
ein Getränk: Chai-Tee
eine Eissorte: Pistazie
eine Stadt: aus tausend-und-eine Nacht
ein Märchen: Die kleine Meerjungfrau
ein Spielzeug: Spielzeuguhr mit Tänzerin
ein Land: Island, Neuseeland oder Bali vielleicht

Es mache mit, wer wolle. Bitte fühlt euch alle eingeladen :-)

Saturday, January 24, 2009

Ohne Titel

Ein Song von Sigur Rós. Und das unheimliche Video dazu.

Friday, December 12, 2008

Wenn der Gasmann zweimal klingelt

Tage lang, nein Wochen lang bewegte sie sich nur noch "im Radius zwischen Schreibtisch, Bett und Kühlschrank". Versorgte ihre Gehirnzellen mit tausenden und abertausenden Mails, News, Postings und Twitter Messages und ihre Körperzellen mit unzähligen Monosacchariden. Versuchte Kunst und Wissenschaft zusammen zu bringen. Musenkuss und Staubtrockengebiete*. Verlies sich dann eher auf auf das Wissenschaftliche und Pseudowissenschaftliche. Vernachlässigte die Künstlerin in ihr sträflich. War damit nie ganz zufrieden. Prokrastinierte, was das Zeug hielt. Konnte sie immer schon gut. Konnte wieder Höhenflugübungen machen.



Bis eines Tages der Gasmann zweimal klingelte. Montagmorgens um acht. Der brachte ihr leider nicht den heiß ersehnten Flugschein, nein, auf dem blütenweißen Papier stand etwas Gänzlich anderes.
"Sie wissen, warum ich hier bin", fragte er mit ernster Miene. Dabei blickte er erst vorwurfsvoll in ihr Gesicht und dann auf das Snoopy-Nachthemd, mit dem sie die Tür geöffnet hatte.

Sie nickte schluckend. "Wie viel ist es denn?", fragte sie leise vor lauter Verlegenheit.

Er nannte die Summe, und sie war erleichtert. Zunächst zumindest.

"Das hab' ich auf der Bank", sagte sie mit bemühtem Optimismus. "Ich muss es nur noch schnell holen."

"Wie lange wird das dauern?", fragte er in einem Tonfall, der halb nach Sachlichkeit, halb nach Wohlwollen klang.

Sie nannte ihm den Zeitrahmen und sie wurden sich einig. Wie eine Sesam-öffne-dich spuckte später der Geldautomat die Scheine aus. Danach verhielt sich ihr Konto wie eine Magersüchtige, war fast kreidebleich und stocherte lustlos wie anklagend an den letzten Zahlenkrümeln herum. Und das 21 Tage vor dem Ersten des Monats, wo es wieder Geld gab. Und das 14 Tage vor Weihnachten, ohne auch nur das winzigste Geschenk gekauft zu haben.

Darauf konnte und wollte sie als Mutter zweier Kinder und eines Katers nun wirklich nicht verzichten. Außerdem gab es da noch eine kleine Schwester samt kleinem Neffen, ein Patenkind, den Herrn Papa, die Frau Stiefmama, Tanten, eine Lieblingstante, Cousinen und einen Cousin, eine vereinzelte Großmutter und den ein anderen Freund, den oder die sie beschenken wollte.


Es musste also Geld her und zwar subito cash auf die Kralle. Da das Sammeln und Jagen sich als genetisches Muster tief in ihr limbisches System eingeprägt hatte, konnte es ja wohl nicht so schwer sein. Was war zu tun?

Die Jägerin in ihr erwachte. Wer schon öfters erfolgreich Wort und Wendungen gejagt hat sowie hin und wieder auch den ein oder anderen Mann, sollte auch in der Lage sein, sich ein paar Euroscheine zu angeln. So fuhr sie ihre Fangzähne aus, blähte ihre Nasenflügel auf und versuchte Witterung aufzunehmen. Beute schien es in allen Windrichtungen zu geben. Wo sollte sie anfangen zu jagen?

1) Sich Blut abzapfen lassen bei dem unheimlichen Rotkreuzauto vor dem Einkaufzentrum? Nach dem Motto: Wer shoppen will, muss bluten. Eigenhund hat da bereits einschlägige Erfahrungen gemacht.


2) Sich in der klirrenden Kälte auf dem Weihnachtsmarkt verdingen?


3) Telefonistin bei "gutgehender Erotikline" werden? Bedingungen: Mindestalter von 21 Jahren, keine Angst vor dem Thema Erotik, Einsatz auch nachts, Einsatzwillen überhaupt.


4.) Webcamgirl? "Wenn Sie gleich anfangen, können Sie noch vor Weihnachten Geld bekommen, je nach Zeitaufaufwand sind noch bis zu 1500 Euro vor Weihnachten möglich. Groß, klein, dick, dünn oder Supermodel, bei uns bekommt jede Frau eine Chance."



Oh yeah, jede Frau bekommt eine Chance. Im Jahrhundert der ungrenzten Möglichkeiten schien alles machbar. Sie surfte, klickte, googlete, suchte und jagte weit und immer weiter. Ihr abgesteckter Radius zwischen Schreibtisch, Bett und Kühlschrank blieb, wo war. Zumindest jetzt noch.










* Feuchtgebiete hätten ihrem Naturell eher entsprochen, aber so viel Risiko schien sich nicht zu geziemen.

Wednesday, November 19, 2008

Man kann nicht nicht kommunizieren (2)

Wen man Worte über etwas verliert, lösen diese sich nicht einfach auf. Sie werden recyclelt, manchmal missbraucht, manchmal gehobelt, geschliffen oder sogar vergoldet. Gelegentlich schleichen sie sich ganz einfach davon. Und tauchen an anderer Stelle unerwartet wieder auf. So ist es einer Horde meiner Buchstabenkinder neulich passiert. Da fand ich doch die Gören in tiefster Nacht wieder, völlig verdreht hingen sie in einer wildfremden Wohnung ab.

Wednesday, November 12, 2008

Money is sexy, money is emotion

Dass der Mensch meist mehr von Emotionen als der Ratio geleitet wird, belegen gleich zwei aktuelle psychologische Studien. Die eine Studie bezieht sich auf eine Untersuchung der Universität Gießen und bestätigt, dass Geld hoch emotional aufgeladen ist.


So sind Börsenmakler laut dieser Studie kaum in der Lage, logisch zu denken. Wie Kognitionspsychologen bei einer Studie mit 20 erfahrenen Börsenmaklern herausfanden, lassen sich die Börsianer vielmehr durch ihre früheren Erfahrungen leiten. Es fällt ihnen demnach schwer, sich von vermeintlich richtigen Denkmustern zu lösen.


Markus Knauff und seine Mitforscher von der Abteilung „Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung“ interessierte vor allem die Frage: Was geht im Kopf der Börsianer vor, wenn eine Schlussfolgerung über die Folgen eines Aktiengeschäfts zwar logisch gesehen die richtige wäre, diese Schlussfolgerung aber im Widerspruch zu dem steht, was die Börsenmakler für richtig halten? Die Untersuchungsteilnehmer sind zum Teil seit mehr als zehn Jahren für große Finanzunternehmen an der Frankfurter Börse tätig.


Besonders machten sich die Defizite beim logischen Denken bemerkbar, wenn die Börsenmakler aufgefordert wurden, Entscheidungen allein „logisch“ zu treffen, auch wenn diese Entscheidung nicht mit ihrer Erfahrung übereinstimmte. In diesen Fällen zogen die Versuchsteilnehmer sehr viele falsche Schlüsse, und es dauerte viel länger, bis sie eine Entscheidung getroffen hatten. Sie waren dann sogar schlechter als eine Vergleichsgruppe von Versuchspersonen, die über keinerlei Erfahrung an der Börse verfügten.


In der aktuellen Berichterstattung über die Ursachen der Finanzmarktkrise und die Möglichkeiten ihrer Bewältigung kommen vor allem Wirtschaftsexperten und Politiker zu Wort. Dabei werden aber die psychologischen Faktoren kaum berücksichtigt, die das Handeln der Akteure beeinflussen. „Geldgier“ allein reicht als Erklärung für das Versagen von Managern und Wirtschaftslenkern nicht aus. Es sind auch die individuellen geistigen Fähigkeiten, die es schwer machen, alle Konsequenzen von Finanzentscheidungen und deren Wechselwirkungen vorherzusehen. Dies gilt selbst dann, wenn der gute Wille vorhanden ist.


In einer anderen Studie entdeckten die Forscher, dass „rein rationale“ Entscheidungen kaum möglich sind. Die Wissenschaftler untersuchten, was in den Gehirnen von Versuchspersonen passiert, wenn sie Aufgaben lösen müssen, in denen es zu einem Konflikt kommt – zwischen dem, was die Person für moralisch richtig hält, und dem, was die „rational“ richtige Entscheidung wäre.


An dieser Untersuchung nahmen 30 Studierende verschiedener Fachrichtungen teil. Die Aktivität in den Gehirnen der Probanden wurde mittels funktioneller Kernspintomografie gemessen, während sie Denkaufgaben lösten, bei denen sie sich zwischen „moralisch richtigen“ und „rein logischen“ Verhaltensweisen entscheiden mussten. Die Ergebnisse zeigen, dass es in beiden Fällen auch zu Aktivität in Regionen des Gehirns kommt, die mit starken Gefühlen und emotionalen Bewertungen in Verbindung stehen.


Quelle: idw

Foto: wikipedia.de

Thursday, November 6, 2008

8 mal 8 gleich Zufallsgenerator Stöckchen

Heute mal ganz privat. Denn die freundliche FrauLehmann war so frei und hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Das ich freudig aufgeschnappt habe. Wau. Nach den Regeln des Zufallsgenerators Stöckchen erzähle ich acht zufällige Dinge über mich. Dann geht das zufallsgenerierte Holzstück an acht weitere Menschen.

Zufällig

1) freue ich mich auf meine erste Rocky Horror Picture Show am Samstag.

2) will ich zum x-ten Mal von meiner Sucht loskommen. Kampf dem Kristallzucker!

3) saß ich heute trotz guter Vorsätze mit Stephanus in Barcellos Salon Sucre und habe angeregt den Worten des zuckersüßen Pâtisseurs gelauscht.

4) tropft der Hahn in der Küche, während der Kater schnarcht.

5) kröne ich mich selbst wieder einmal für überflüssige Dusseligkeiten. I am the queen of sillyness, sometimes.

6) höre ich gerade den Song von Paul Simon "50 ways to leave your lover". Ob es auch einen 51. Weg gibt?

7) verrät mir der Gala-Partnerschaftstest, dass ich zu 82 Prozent mit dem Schauspieler Gary Oldman zusammenpasse. Aufmerksamen Lesern ist nicht entgangen, dass auch hier wieder die Zahl "acht" ihre Hände mit im Spiel hat. Gary biete, so die Gala, Extreme: viel Leidenschaft, aber auch eine extreme Liebe zur Schauspielerei, auf die ich Rücksicht nehmen müsse. Aber dafür könne Gary mir "jeden englischen Akzent beibringen", den ich lernen will. Weiter verspricht mir die Gala absolute Sonnenscheingarantie mit Herrn Oldman.

Temporäre Trennungen auf Zeit tun der Beziehung trotzdem gut, dann knallen beim Wiedersehen auch wieder die amourösen Sicherungen durch, und es kommt zum liebestollen Tanz der komplettierten Herzen.
Yes, we can, Sweetheart!


8) weiß ich, dass die Zahl "acht" bei den Chinesen eine Glückzahl ist. Die Ziffern der Acht werden als "ba" dargestellt, was so viel wie Reichtum und Glück bedeutet.

So, jetzt gebt fein acht, ich hab' euch etwas mitgebracht.

I proudly present: eight new wooden sticks for the wonderful :

1) Shripsinn

2) Eigenhund

3) Don Dahlmann

4) Supatopcheckerbunny

5) Alles-Mögliche-Blog / Mario

6) Hophnung

7) Textblog / Susanne Ackstaller

8) geht an dasjenige Glückskind, das der Versuchung einfach nicht widerstehen kann.

Wer sich angesprochen fühlt, darf loslegen. Nur zu!

Wednesday, November 5, 2008

Yes


Congrats to the new President of the USA, Mister Barack Obama! Thank you, America! And thank you, Mrs. Ann Nixon Cooper!

Herzlichen Glückwunsch, Barack Obama!
Bemerkenswert ist nicht nur, dass es mit dem 44. Präsidenten endlich ein erster farbiger Politiker geschafft hat, erster Mann im Weißen Haus zu werden. Bemerkenswert ist auch, wie hoch die Wahlbeteiligung war und dass die materielle und immaterielle Unterstützung diesmal von amerikanischen Volk und nicht vom Weißen Haus kam. Die Wahl war eine wahrhaft demokratische Wahl. Ein Sieg für die Aufklärung. Ein Sieg für die Demokratie.

Es waren mehr Frauen als Männer, mehr Schwarze und Latinos als Weiße, mehr 20- und 30-Jährige als 60- und 70-Jährige, die für Obama gestimmt haben. Die aber bemerkenswerteste Fr
au, die ihren Stimmzettel abgegeben hat, ist Ann Nixon Cooper. Die mit 106 Jahren älteste Wählerin Obamas ist "gerade mal eine Generation nach dem Ende der Sklaverei geboren worden", wie wie der neue Präsident in seiner Siegesrede in der vergangenen Nacht selbst sagte. "Das war in jener Zeit, in der keine Autos auf den Straßen und keine Flugzeuge am Himmel waren." Ann Nixon Cooper war mit Martin Luther King befreundet. Sie litt unter Jahre langer Diskriminierung, musste im Bus immer sitzen war. Wählen durfte sie als junge Frau früher auch nicht. Warum? Weil sie eine Frau war und auf Grund ihrer Hautfarbe.

Die Zeiten haben sich geändert. Alles fließt. Gott sei Dank.




Thursday, October 30, 2008

Man kann nicht nicht kommunizieren

Oder anders ausdrückt: Alles ist Kommunikation, selbst das Schweigen. Diese Annahme zählt zu den wichtigsten Axiomen des 2007 verstorbenen Psychologen Paul Watzlawick. Bei Wikipedia wird dieses Kommunikationsgesetz wie folgt erläutert:

Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander, da jedes Verhalten kommunikativen Charakter hat. Watzlawick versteht Verhalten jeder Art als Kommunikation. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich, nicht zu kommunizieren. Dieses Axiom ist auch bekannt als Metakommunikatives Axiom. Wir kommunizieren also auch nonverbal und unbewusst.


Watzlawicks wissenschaftliches Interesse galt insbesonders der Bedeutung der Kommunikation für zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Störungen.

Tuesday, October 28, 2008

Happy Birthday, Niki de Saint Phalle!

Today the artist would be 78, if she had not died in May 2002. Niki de Saint Phalle, born in France,was a Swiss sculptor, painter, and film maker. In 1961, she became known around the world for her Shooting paintings. A shooting painting consisted of a wooden base board on which containers of paint were laid, then covered with plaster. The painting was then raised and de Saint Phalle would shoot at it with a .22 caliber rifle. The bullets penetrated paint containers which spilled their contents over the painting. This "painting style" was completely new. After the "Shooting paintings" came a period when she explored the various roles of woman. She made life size dolls of women, such as brides and mothers giving birth. They were usually dressed in white. They were primarily made of polyester with a wire framework. They were generally created from papier mâché. (Read more about her on Wikipedia.)



Niki de Saint Phalle wurde in Frankreich geboren, wuchs aber hauptsächlich in den USA auf und wurde infolge ihrer Heirat mit Jean Tinguely im Jahr 1971 in der Schweiz eingebürgert. 1953 entstanden ihre ersten Gemälde. Zunächst arbeitete sie als Aktionskünstlerin und machte ab 1956 mit ihren Schießbildern auf sich aufmerksam. Das waren Gipsreliefs mit eingearbeiteten Farbbeuteln, auf die sie während der Vernissage schoss. Ab 1964 entstanden die ersten „Nanas“ − Frauenfiguren mit betont weiblichen Formen - anfangs noch aus Draht und Textilien gefertigt. Schon bald wechselte sie jedoch ihre Technik und arbeitete vorwiegend mit Polyester. 1966 installierte sie unter Mitarbeit ihres zweiten Ehemanns Jean Tinguely und des Schweden Per Olof Ultvedt im Stockholmer Moderna Museet eine 29 Meter lange liegende Skulptur mit dem Namen „Hon“ (schwedisch: „sie“), die durch die Vagina betreten werden konnte und in deren Innerem sich unter anderem eine Bar und ein Kino befand. Die Nanas werden mit reinbunten Farben gemalt. Am 22. Mai 2002 starb sie an den Folgen einer Lungenerkrankung in San Diego. Heute wäre Niki de Saint Phalle 78 Jahre alt geworden. (Mehr zu Niki de Saint Phalle steht bei Wikipedia.)





Sunday, October 26, 2008

Auf der Suche nach dem weißen Kaninchen

Ulkiger und ulkiger, würde Alice sagen, wenn sie das merkwürdige, weiße Kaninchen beschreiben sollte. Doch die Rede soll hier nicht von Alice im Wunderland sein. Gemeint ist nicht Lewis Carrolls fiktive Tiergestalt, sondern ein dreidimensionales Stofftier, das der britische Künstler Banksy derzeit in einer New Yorker Tierhandlung ausstellt.


In der "Tierhandlung" gibt es auch andere tierische Sensationen wie etwa schwimmende Fischstäbchen oder einen fernsehsüchtigen Kunstaffen, der erschreckend echt aussieht.


Der Künstler, der seine echte Identität geheim hält, ist auch als Streetart- und Graffiti-Künstler bekannt. Nach Angaben von Wikipedia hängt Banksy seine eigene Arbeiten auch ungefragt in Museen auf. Sowohl im Londoner Tate Modern, New Yorker Museum of Modern Art, Metropolitan Museum of Art, the Brooklyn Museum, American Museum of Natural History, sowie im Louvre hingen 2005 unbemerkt seine Arbeiten. Im Mai 2005 wurde Banksys Version einer Höhlenmalerei, die einen jagenden Menschen mit Einkaufswagen zeigte, im British Museum gefunden.

Im September 2006 bearbeitete er das Debütalbum Paris von Paris Hilton und verteilte 500 Kopien der Fälschung in diversen britischen Plattenläden. Unter anderem zeigt ein Foto Hiltons Körper mit einem Hundekopf. Des Weiteren ist die Musik auf den CD Eigenkompositionen von Banksy gewichen. Die Stücke bestehen aus schlichten Rhythmen mit Ausrufen Hiltons („That's Hot!“). Ebenfalls im September 2006 installierte er eine Skulptur eines Guantanamo-Häftlings in einer Disneyland-Park-Attraktion.


Thursday, October 23, 2008

Zum Steuerverbrecher geboren

Schluss mit lustig. "Die ersten Bankenbosse sollen bluten", titelt Focus online heute. Und bezieht sich auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Demnach soll die IKB als erste Bank "hart durchgreifen". Laut SZ verklage sie Ex-Vorstandschef Ortseifen auf Rückzahlung von Tantiemen von Höhe von 805.000 Euro. Zwei weiteren Ex-Vorständen soll die Privatbank ein Rückzahlungsultimatum bis 31. Oktober gesetzt haben.



Hart durchzugreifen scheint auch die Devise des Bundeszentralamts für Steuern zu sein. Das Bundesamt verschickt seit einiger Zeit die neuen Steuer-IDs alle - vom Baby bis zum Greis. Wer geglaubt hatte, das sei ein schlechter Scherz, unterschätzt die verbissene Ernsthaftigkeit deutscher Staatsapparate. Eine kurze Nachfrage bei jungen oder älteren Eltern bestätigt, dass auch die zwei Monate junge Anna-Lenna und der dreijährige Linus wie selbst verständlich schon ihre "persönliche Identifikationsnummer" haben oder in den nächsten Wochen noch zugeschickt bekommen. Sie können sie zwar zwar noch nicht lesen, aber das macht ja nichts. Hauptsache, sie sind als mögliche Steuerhinterzieher schon einmal registriert. Natürlich können sie dem auch nicht widersprechen, denn Kinder sind keine Rechtspersonen. Weder dürfen sie wählen gehen noch Rechtsgeschäfte abschließen. Erklärt wird dieser Sachverhalt weder den Kindern noch ihren Eltern. Lediglich in zwei Sätzen "erklärt" das Bundeszentralamt die vermeintliche Notwenigkeit:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Identifikation auch Kindern zugeteilt wird. Dies ist erforderlich, weil schon ab Geburt eine Steuerpflicht begründet sein kann.


Das sagt doch schon alles, nicht wahr?! Gemeint sein soll damit wohl die Steuerpflicht bei erbenden Kindern sein. So ist es zumindest in einem Interview bei Tagesschau.de nachzulesen. Aber warum kommuniziert das Bundeszentralamt das nicht selbst auf seinem Schreiben? Man kann nicht nicht kommunizieren, um einmal Paul Watzlawick zu zitieren. Vielleicht sollte das Zentralamt einmal an seinen kommunkativen Kompetenzen arbeiten, bevor es neue Verordnungen durch die Gegend schickt. Und außerdem: Wie viele Babys und Kids sind denn gebürtige Erben? Ein Großteil oder gar alle? Und von einer Diskussion über den gläsernen Bürger ganz zu schweigen.

Saturday, October 18, 2008

Die wunderbare Welt des Urknalls

Kennen Sie Atlas, Alice und LHC? Wissen Sie schon, wie die wunderbare Welt von Urknall, Teilchenphysik und dem Teilchenbeschleuniger LHC funktioniert? Nein. Dann fragen Sie Kate McAlpine. Die 23-jährige US-Journalistin und Rapperin erklärt in ihrem, auf YouTube und ihrer Homepage zu sehenden, Musikvideo Large Hadron Rap das Who- is-who der Teilchenphysik. Physiker haben Kate McAlpines Rap-Song für wissenschaftlich korrekt erklärt. Die Journalsitin selbst sieht sich als Science Communicator. Ihr Ziel ist sei es - so erklärt sie auf auf ihrer Website -

... to explain scientific topics in a way that is relevant, interesting, and understandable

Weiter so, Kate!





Monday, October 13, 2008

"Aromen der späten DDR"


"Der Turm" von Uwe Tellkamp ist der "Roman des Jahres". Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete am Montagabend den Roman über die untergehende DDR mit dem Deutschen Buchpreis aus.

In der Begründung der Jury hieß es laut Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tellkamps großer Vorwenderoman entwerfe in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen „das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt“. Den Lesern erschlössen sich in ihm „wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR“. Uwe Tellkamp wurde 1968 in Dresden geboren. Nach seinem Wehrdienst in der NVA verliert er wegen »politischer Unzuverlässigkeit« seinen Medizinstudienplatz, wird 1989 im Zuge der Wende inhaftiert und setzt danach sein Studium in Leipzig, New York und Dresden fort. Nach seinem akademischen Abschluß arbeitet er als Arzt in einer unfallchirurgischen Klinik in Dresden. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Freiburg.

Nächste Lesung in Berlin:
10. November 2008
19:30 Uhr

Museen Dahlem
Lansstr. 8
14195 Berlin


Video mit Uwe Tellkamp auf Zeit online:
Wovon erzählt die junge, deutsche Literatur?

Autorenfoto: Brigitte Friedrich / Suhrkamp

Wie es mit dem Günther dann weiter ging...


... bis spät in die Puppen. Quatsch. Das Ganze endete im TV dann so, dass die massierende Kandidatin Jauch erzählte, sie könne auch aus der Hand lesen. Jauch, sichtlich interessiert: "Kann ich die Massage auch umtauschen?" Die Hand lesende, übrigens sehr blonde, Massagekünstlerin lächelt und ergreift Jauchs Hand: "Sehr ausgeprägte Herzlinie. Bei Männer bedeutet das eine starke Potenz." Jauch schluckt. Kurz davor hat er noch gesagt: "Wir bleiben im insektitiven Bereich." Na denn, lasst uns insektieren.




Foto: bastih01/wikipedia

Sunday, October 12, 2008

Mein Abenteuer mit Günther

... Jauch fand Freitagabend statt. Ganz privat, natürlich. Ich dürfte ihn mir im Fernsehen ansehen. Dabei hab ich gar nicht richtig hingesehen, weil ich vorm Rechner saß. Doch mit einem Ohr habe ich doch etwas aufgeschnappt.

Erste Frage von Herrn Jauch:


Und dann:
Jauch flattert verzweifelt mit den Armen.


Fotos: tweetscreen project, Berlin